Mi.20.11.96 San Franzisco
Das Bier zischt, mein erstes Bier in San Franzisco, ein Becks.
Ich bin wieder auf Tour.
Heute morgen habe ich mich um 07:00 Uhr von Conni verabschiedet.
Ich bin in der 17th Avenue und warte auf Ron. Dort steht die Harley von Patrik.
Ich bin sehr gespannt, wohin die Reise geht- momentan hoffe ich noch in die Black Hills zu kommen. Ich bin froh, wieder on the Road zu sein. Die letzten Wochen und Monate konnte ich mich über Arbeitsmangel nicht beklagen. Die VO-Zeit mit EXPED war anstrengend und
auch das letzte Wochenende- ein EXTREM-Symposium in Stuttgart, war trotz privater Dia-vorträge nicht ohne.- Kleine Notiz am Rande : Habe Arved Fuchs den XGK von MSR erklärt.
Hier ist es wärmer als gedacht, so 15 Grad- Bin viel zu warm angezogen, auch habe ich sehr viel Gepäck mit- so das ich sofort zu Ron gefahren bin.
Mit Ron hat geklappt. Total netter Kontakt, allerdings sehr nervös, wollte mir gleich alles zeigen. Wir sind dann in die Garage gegangen, wo er mir stolz seine Bikes zeigte.
2x BMW – 1x 750er Honda, 1x Suzuki DR650 und eine Triumph, die er gerade restaurierte.
Mit AME-rahmen als Chopper. Genial. Ich habe ihm dann kurz beim schrauben zugesehen- dann ging es ins Bett.
Heute morgen dann zum Down Town gelaufen. Eine Autowerkstatt nach der anderen. Es ist sehr diesig und nieselt. Dann mit der cable train zur anderen Seite, d.h. nach Norden zur Golden Gate- durch Chinatown. Irre mit der Bahn zu fahren, sie wird über ein Kettenritzel betrieben- immer rauf und runter- wie in den Filmen. Geil.
Heute Abend holen wir dann die Harley ab- wird Zeit – will los.
Mit der Harley über die Golden Gate Bridge – Yeehaw. Von so etwas hatte ich bisher nur geträumt. Gestern Abend die Harley geholt- etwas Startschwierigkeiten – aber es ging dann.
Dann sind wir noch zum Clubhaus des SanFran MC. Sie sind schon ewig dabei, vor den Höllen Engeln. Überall hängen Bilder von vergangenen Zeiten. Irre – aber auch ziemlich verwegene Typen.
Startprozedur: Benzinhahn auf – Kontaktdose in die Mitte stellen- unter dem Tank Choke-aufmachen- Zündung einschalten- Totpunkt suchen und kicken. Wenn Sie kommt, Kontaktdose in Endstellung stellen, Vergaserschalter wieder runterdrücken(Choke)- los geht’s
Baujahr 1969. Eine der ersten Shovelheads.
Heute morgen bin ich zum Harley-shop und habe noch einen neuen Luftfilter gekauft. Cooler alter Laden – dann zur Versicherung- Diebstahl ging nicht, da zu alt ;))
Mit Patrik bin ich so verblieben, dass ich für alle Schäden bzw. Verlust aufkomme.
Morgen geht’s richtig los – Richtung Sacramento( habe John Wayne in den Ohren ;))
Freue mich tierisch.
Mo.25.11.96
Im Motel von Ely, einer kleinen Stadt auf der Route 50, irgendwann mittags.
Ich komme nicht weg, die Harley sagt keinen Mucks. Also bleibe ich hier und versuche es morgen nochmal.
Was bisher geschah:
Am Freitag Abend hatten Ron, sein Freund und ich einen netten Abend in der Bar 500. Das Bier floss in strömen. Am Sa. morgen hatte ich echt Probleme aufzustehen.
Dann gepackt und los- Richtung Sacramento-Route 50.
Vorbei am Lake Tahoe, der wunderschön liegt, - Schnee an den Seiten- nach Dayton.
Es war bitterkalt zu fahren. Meine Finger waren mal wieder grün- irgendwann fallen sie mir ab. Durch schneebedeckte Gebiete, Berge rauf und runter- wunderschön.
In der Gegend von Dayton habe ich mein Zelt aufgestellt, Tee gekocht und gegessen.
Jetzt geht der Urlaub richtig los. Die Nacht war schweinekalt. Meine Therm-a-rest ging kaputt, Loch nicht gefunden. So lag ich nur auf meinem Fell.
Am Morgen dann bei strahlendem Sonnenschein und ca. 30 Kickversuchen losgekommen.
Dann wurde das Wetter schlechter ich fuhr so vor mich hin, auf einmal geht die Harley einfach aus. Dadurch, das der Tacho nicht ging, habe ich den Überblick übers tanken verloren- kein Sprit mehr- und das in der Wüste Nevada. Daumen raus- ein Cowboy im Nissan hielt an. Er fuhr dann zur nächsten Tankstelle und wieder zurück, nach ca. 1 Stunde war er wieder da. Dann mit ihm zur Tankstelle und erstmal ein Bier ausgegeben.
Diese Station war eine alte Pony-express-station der Post. Irre eingerichtet. So erfuhr ich, das ich eine der einsamsten Strecken fahre.
Dann kam ich nach Eureka- plötzlich Blaulicht hinter mir. Die Bullen-echte Rednecks-
Zu schnell – dadurch das mein Tacho nicht ging statt 25 Meilen bin ich 35 Meilen gefahren.
Musste dann direkt zum Richter – wurde dort verdonnert, nachdem ich einen Kaffee bekommen hatte, zu 40 $ Strafe. Dann bloß weg. Dadurch das ich keine Blinker hatte, was in diesem Bundesstaat verboten war – ab zum nächsten, dort war es erlaubt.
Nach Ely ins Motel, wo ich jetzt noch bin.
Am Dienstag sprang die Harley wieder an, mit Hilfe eines absoluten Harley Freaks- Barry-
ER hat über 3 Stunden an meiner gebastelt- nichts dafür genommen- nur mit zu Ihm sollte ich- um mir seine 3 alten Harleys anzusehen.
Von Ely dann die Route 50 Richtung Salt Lake City. Die Strecke war phantastisch.
Irre war es dann oben in Eureka. Super Sonnenuntergang, plötzlich Glatteis und Schnee.
Zuerst durchgeschwitzt dann durchgefroren habe ich mich in einem Cafe wieder aufgewärmt.
Kurz vor Salt Lake habe ich mir dann ein Motel genommen.
Mittwoch dann in Salt Lake – super Stadt.
Tja, länger schon hat es in mir rumort. Ich bin praktisch eine Geisel der Harley. Es dreht sich fast alles nur um Sie. Ich bin morgens so durchgeschwitzt und fertig, das wenn sie endlich läuft ich anfange zu frieren. Sie hat sehr viele Fehlzündungen. Kurz und gut.Am Donnerstag
habe ich sie am Flughafenparkplatz abgestellt und mir für 10 tage einen Ford Escort für 320$ gemietet.
Es hat sich jetzt schon gelohnt. Am Donnerstag bin ich über schneebedeckte Gebiete gefahren. Traumhaft. Dann kurz vor Yellowstone im Schnee übernachtet. Ich hatte Glück, das ich Benzin dort oben bekommen habe, war schon auf Reserve-und musste wieder zurück, da der Pass gesperrt war. So bin ich über die Bighorn Mountains, den Powder River Pass gefahren. Eine so schöne Gegend-allerdings Schneetreiben, wo ab und zu mal die Sonne durchschaute. Mit der Harley hätte ich es nie und nimmer geschafft. Jetzt geht’s Richtung Rapid City.
Sa. 30.11.96
Wahnsinn. Ich sitze im Tipi, das Feuer wärmt mich und das an dem heiligen Ort, den Black Hills. Überglücklich.
Heute morgen bin ich nach Rapid City rein, um zu telefonieren. Leider nicht durchgekommen. Dann einige Gift-shops angesehen, die teilweise sehr schön waren. Einige Steine habe ich gekauft. Dann zu den Rushmore Denkmal- der Ami-Präsidenten- nichts für mich, aber dann am Crazy-Horse Stein. Unglaublich, was dort seit Jahrzehnten aus dem Stein gehauen wird. Dort habe ich mir auch ein Totenbild gekauft, was mich sehr faszinierte. Es war schon Abends, die Sonne ging unter, als ich in Custer eintraf. Da war noch ein Gift-Shop, ich wollte zuerst gar nicht rein, aber eine Stimme sagte mir, geh. Also rein. Dort bediente ein Indianer, der mich gerne verstehen wollte. Mein Englisch ist aber auch zu schlecht. Dann rief er jemanden an und gab mir den Hörer weiter. Es war Lisa. Sie sprach deutsch. Ich fragte sie, ob sie einen guten Zeltplatz für mich wüsste. Sie sagte nur, komm. Dort habe ich noch Abendbrot gegessen, Holz geholt und ab ins Tipi. Das Feuer geht langsam aus....
Mo.02.12 im TIPI
Morgens, das Feuer brennt, der Tee ist gerade fertig.
Gestern bin ich durch die Black Hills gestreift. Sie sind unglaublich schön. Den Sonnenaufgang habe ich auf einen hohen Felsen erlebt. Dann runter zur Ranch, wo ich zum Essen eingeladen war. Deutsche Küche- Puter-Rotkohl-Klöße. Noch vier Freunde von Lisa und Ihr Mann Jack waren da. Darunter 2 Lakota, beide um die 90 Jahre. Schön.
Nachmittags haben wir dann Lisas Pferde angesehen. Quarter-Mustangs.
Sie bieten Pferdetouren an, mit Leben im Tipi.Dann zurück zu meinem Tipi. Einer der Hunde begleitete mich die ganze Zeit- ging sogar mit mir ins Tipi und übernachtete mit mir dort. Wow.
Heute wollen wir ins Pine Ridge Reservat fahren. Bis sehr gespannt.
Im Pine Ridge waren wir bei den Enkeln von Red Cloud. Seine Cousine arbeitet mit Stachelschweinhaaren. Sie macht daraus Medicine Wheels, Armbänder und Hutbänder.
Wunderschöne arbeiten. Sie leben im Container mit 10 Leuten zusammen- sehr ärmlich, wobei sie sagten, es gehe ihnen viel besser als manch anderen.
Mit Jack dann zum Wind Cave National Park- er ist für die Zäune verantwortlich, dann zu Wounded Knee. Nasskalt, neblig stand ich am Massengrab- war tief bewegt. Plötzlich steht eine alte Indianerin vor mir-und gibt mir einen Traumfänger. In dem Traumfänger ist ein Tipi integriert. Ich gab ihr Geld- und sie war weg. Dieser Traumfänger hängt heute noch in meinem Auto und begleitet mich. Auch habe ich daraus ein Logo für mein Tipicamp kreiert.
Ich schwor am Grab, das ich wiederkomme...
Dienstag 03.12.
Der Devils Tower, der heilige Berg der Indianer ist sehr beeindruckend. Es geht eine unheimliche Energie von Ihm aus. Ich hatte mich heute mit Lisa noch sehr lange unterhalten.
Sie hat Mary Summer Rain gelesen- sämtliche Bücher. Sie geht davon aus, das der magnetische Nordpol sich nach Finnland verschiebt. Das haben Wissenschaftler auch bestätigt. Arktis und Antarktis brechen auseinander- es kommt zu riesigen Überschwemmungen. Als ich beim Extrem-Symposium war, sprach Arved Fuchs auch davon, das der Nordpol um 1 Grad verkehrt vermessen wurde...
Die Black Hills liegen auf einer Erdspalte, die von Kalifornien ausgeht. Bei einer Verschiebung, werden Vulkane freigesetzt und die Black Hills werden aufgerissen. Da sie größtenteils aus Sandstein bestehen, verbergen sich Höhlen darunter, die dann zu Zufluchtsorten werden für die Menschheit.....
Die Tage vergehen hier wie im Flug, Lisa und Jack möchten, das ich hier bleibe- und bieten mir Ihr Teehaus an- welches ich unterhalten darf. Danke schön, aber ich möchte erst mal wieder nach Hause....
Do.05.12. mein letzter Abend im Tipi.
Das Feuer brennt außergewöhnlich gut. Ich habe heute relaxed- in der Sonne gelegen- Salbei gepflückt- Heute morgen habe ich mich von meinem Beil getrennt – ich gab es Jack als Dankeschön für alles.
Am Nachmittag lud mich dann Lisa zum spielen ein: The transformation game.
Dieses Spiel habe ich dann auch zu Hause auf Deutsch gekauft und sehr häufig gespielt. Erstaunlich was man daraus erfahren kann..
Fr. 06.12. Wieder on the road
Das Ergebnis des Spiels hat mich lange nicht losgelassen, ich nenne es: Der Weg ins Herz.
Abends am 07.12 dann im Motel- das klatschnasse Zelt hängt quer im Zimmer.
Die Strecke in den 2 Tagen- Hammermäßig. Am Abend dann das Auto wieder abgegeben.
Nun am So.08.12 wieder auf der Harley.
Nach 2 Stunden konnte ich ihr wieder Leben einhauchen.
Ein neuer Trick, vorher das Luftfiltergehäuse entfernen, Kontaktsprach reinsprühen.
So Abend bin ich dann in Boise gelandet.
Mo.09.12.
Es regnet in Strömen, ist wärmer geworden- und die Harley springt auf den ersten Kick an.
Nach ein paar Meilen habe ich allerdings den kompletten Auspuff verloren ;)).
Im nächsten Kaffee dann neue Schrauben gekauft- gibt es dort fast überall, Auspuff wieder dran-und weiter geht’s.
Di.10.12 bin bei Marcus und Lauren in Eatonville
Es sind Freunde von Patrik- dort gebe ich die Harley ab- einen Tag gepflegt, geputzt,
eingeölt und dann abgestellt.
Nun geht’s nach Seattle – Das Business ruft.
Am Freitag dann direkt bei OR in Seattle gewesen. TED hat mir alles gezeigt- Über 7 Stockwerke ist OR groß. Die gesamte Handschuh und Hutproduktion findet hier statt.
Von Seattle bin ich 2 Tage in Tacoma gewesen – und habe mir live-konzerte angesehen-
Reba Mac Kintire – und Melissa Etheridge – total unterschiedlich- aber toll.
Am Montag habe ich dann den Termin mit MSR – Tim in Seattle.
Hier wurde ich „in die Mangel“ genommen- habe Neuigkeiten(Vorproduktion Dragonfly)
gesehen und Tipps über den deutschen Markt gegeben- Alle 2 Stunden war ein neues Meeting mit anderen Leuten-teilweise zu acht. Sehr interessant.
Tim hat mir auch die Produktionsschritte von den einzelnen Kochern gezeigt. Dann noch mit Ihm beim Thai gegessen. Schöne Zeit.
Am Dienstag dann wieder zu Ted. Er hatte sich für mich freigenommen und wir sind richtung Norden zu den San Jose Inseln gefahren. Seekajaks auf dem Dach und los. Es war kalt, aber egal. Das Kajak war gut zu steuern und sind auf einer kleineren Insel gelandet. Und dann...
Weißkopfseeadler in Mengen. WOW. Sehr stolz und sehr schön. Das erste Mal live.
Abends haben wir dann bei Muscheln-Lachs den Tag ausklingen lassen.
Mit Ted verstehe ich mich sehr gut. Dadurch, das er Deutsch spricht, ist es auch für mich einfacher, mich mehr einzubringen.
Do.19.12.96 Heute war ich in der Fabrik von Feathered friends. Der Eigentümer Peter war sehr beschäftigt, aber ein Angestellter zeigte mir alles. Beeindruckend war, dass tatsächlich die Kammern des Schlafsackes per Hand gefüllt werden.
Abends noch ein Film im Kino- Romeo und Julia gesehen, dann gings auch schon wieder nach Hause.
Eine wundervolle Tour. Die 3 Phasen –a) Harley, b) Black Hills mit Jack und Lisa C) Business in Seattle waren einfach perfekt.
Tipicamp
Sandortstraße 4
27412 Hepstedt
Da ich recht viele Seminare am Wochenende habe und besuche-bitte vorher immer auf diese Website schauen-ob geöffnet ist.
Freitag. 14:00 Uhr -18:00 Uhr
Samstag 10:00 Uhr- 15:00 Uhr
Telefon: 04283-6082679
mobil: 0172-7602858
email: dirk@tipicamp.de
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08.02.26 - ab 17:30 Lagerfeuer
08.03.26 - ab 17:30 Lagerfeuer
Kosten : 10€ in die Spendenbox für Getränke und Holz